Depression: Begleiterkrankung bei Essstörungen

Die Verbindung zwischen Essstörungen und Depressionen: Wie beide Erkrankungen sich gegenseitig beeinflussen und welche Auswirkungen das auf die Genesung haben kann

Wenn eine Grund­er­kran­kung mit einer wei­te­ren Krank­heit ein­her­geht, wird dies als “Kom­or­bi­di­tät” bezeich­net. Bei Ess­stö­run­gen ist die­se Kom­ple­xi­tät beson­ders aus­ge­prägt, da vie­le Betrof­fe­ne nicht nur mit den direk­ten Aus­wir­kun­gen der Stö­rung zu kämp­fen haben, son­dern auch mit zusätz­li­chen psy­chi­schen Gesund­heits­pro­ble­men. Depres­si­on ist die häu­figs­te Kom­or­bi­di­tät, die bei Men­schen mit Ess­stö­run­gen auftritt.

Per­so­nen, die an einer Ess­stö­rung lei­den, kämp­fen nicht nur mit der Kon­trol­le über ihr Ess­ver­hal­ten, son­dern erfah­ren auch tie­fe emo­tio­na­le Tur­bu­len­zen. Tat­säch­lich zei­gen vie­le Men­schen mit Ess­stö­run­gen auch Sym­pto­me von Depres­sio­nen, und umge­kehrt. Sehr häu­fig (etwa die Hälf­te) der Betrof­fe­nen haben mit bei­den Erkran­kun­gen gleich­zei­tig zu kämp­fen. Das Leben der Betrof­fe­nen kann durch die­se psy­chi­sche Dop­pel­be­las­tung erheb­lich beein­träch­tigt werden.

Die gegenseitige Beeinflussung von Essstörungen und Depressionen

Ess­stö­run­gen wie Anorexia ner­vo­sa, Buli­mia ner­vo­sa und Bin­ge-Eating-Stö­rung sind häu­fig mit Depres­sio­nen ver­bun­den. Men­schen, die an Ess­stö­run­gen lei­den, haben ein erhöh­tes Risi­ko, auch depres­si­ve Sym­pto­me zu ent­wi­ckeln, und umgekehrt.

Eine wich­ti­ge Wech­sel­wir­kung zwi­schen Ess­stö­run­gen und Depres­sio­nen liegt in ihren zugrun­de lie­gen­den psy­cho­lo­gi­schen und emo­tio­na­len Mecha­nis­men. Bei­de Stö­run­gen kön­nen tie­fe Gefüh­le von Selbst­wert­min­de­rung, Hoff­nungs­lo­sig­keit und Ver­zweif­lung her­vor­ru­fen. Oft haben Men­schen mit Ess­stö­run­gen ein nied­ri­ges Selbst­wert­ge­fühl und nega­ti­ve Kör­per­bil­der. Sie kön­nen dadurch anfäl­li­ger für Depres­sio­nen werden.

Per­so­nen mit Ess­stö­run­gen kön­nen sich bei­spiels­wei­se auf­grund ihres gestör­ten Kör­per­bil­des und ihrer Zwangs­ge­dan­ken über Essen und Gewicht wert­los füh­len, was zu depres­si­ven Sym­pto­men füh­ren kann. Auf der ande­ren Sei­te kön­nen depres­si­ve Gedan­ken und Emo­tio­nen das Risi­ko für die Ent­wick­lung einer Ess­stö­rung erhö­hen, indem du das Ver­lan­gen nach Kon­trol­le über das Essen und das Gewicht verstärken.

Was sind die Anzeichen und Symptome von Depression?

Die Anzei­chen einer Depres­si­on kön­nen manch­mal offen­sicht­lich erschei­nen, sie kön­nen jedoch unbe­merkt blei­ben, wenn man annimmt, dass depres­si­ve Anzei­chen ein­fach ein “schlech­ter Tag” oder eine “schlech­te Lau­ne” sind. Wenn du oder ein gelieb­ter Mensch eines der fol­gen­den Sym­pto­me erle­ben, ist es wich­tig, wei­te­re Fra­gen zu stellen:

  • Rück­zug und/oder Iso­la­ti­on von anderen.
  • Bericht­erstat­tung über Gefüh­le von Trau­rig­keit, Hoff­nungs­lo­sig­keit, Hilf­lo­sig­keit und/oder Wert­lo­sig­keit etc. fast jeden Tag.
  • Ver­lust des Inter­es­ses an frü­her ange­neh­men Aktivitäten.
  • Antriebs­lo­sig­keit
  • Zuneh­men­de Tränenflüssigkeit.
  • Ver­än­de­run­gen im Appetit.
  • Zuneh­men­de sui­zi­da­le Gedanken.
  • Betei­li­gung an selbst­schä­di­gen­dem Verhalten.
  • Wut­aus­brü­che.
  • Schlaf­lo­sig­keit.
  • Schwie­rig­kei­ten, aus dem Bett zu kom­men oder täg­li­che Akti­vi­tä­ten zu erledigen.
  • Beein­träch­tig­te Konzentration/Aufmerksamkeit.
  • Ver­lang­sam­te Sprech‑, Denk- oder Körperbewegungen.
  • Müdig­keit.

Wenn du oder jemand, den du kennst, Sym­pto­me einer Depres­si­on und/oder Ess­stö­rung erle­ben, ist es wich­tig, pro­fes­sio­nel­le Hil­fe und Unter­stüt­zung in Anspruch zu nehmen.

Wir bie­ten Men­to­ring Pro­gramm für Men­schen mit Ess­stö­run­gen und pro­ble­ma­ti­schem Ess­ver­hal­ten sowie eine Online-Com­mu­ni­ty (kos­ten­los) für Betrof­fe­ne und ehe­ma­li­ge Betrof­fe­ne an. Ger­ne fin­dest du uns auf Insta­gram.

Wich­tig! Die bereit­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen sind rein infor­ma­tiv und sol­len nicht als medi­zi­ni­scher Rat betrach­tet wer­den. Bei per­sön­li­chen Anlie­gen oder gesund­heit­li­chen Beden­ken, ist es wich­tig, dass du dich von einer qua­li­fi­zier­ten Ärz­tin oder einem qua­li­fi­zier­ten Arzt bera­ten lässt.

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